Warum wir Baumwolle lieben

Warum entscheiden wir uns bei der Produktion unserer nachhaltigen Yoga Kleidung für Bio Baumwolle?

Kann Baumwolle wirklich nachhaltig sein?

Ist Baumwolle als Material überhaupt geeignet für Sportbekleidung?

Das sind Fragen die wir schon oft gestellt bekamen. In diesem allerersten Blog Artikel möchte ich näher darauf eingehen und euch an unseren Erkenntnissen teilhaben lassen.

Denn wenn man an Baumwolle und deren Anbau denkt hat man schnell negative Punkte im Kopf. Man denkt an einen enorm hohen Wasserverbrauch, man denkt an Pestizide und an schlecht bezahlte Erntehelfer*innen die unter schlimmen Bedingungen für wenig Geld arbeiten müssen. Tatsächlich gibt es erschreckende Zahlen zum Baumwollanbau.

Man schätzt, dass für die Kultivierung von Baumwolle derzeit so viel Wasser verbraucht wird wie in allen privaten Haushalten der Erde zusammen.

Der Wasserverbrauch ist vor allem in den ersten 60 Tagen der Vegetationsperiode der Baumwollpflanzen besonders hoch. Das ist deshalb problematisch, weil die Baumwollpflanze es heiß mag und vor allem in sehr heißen Anbauregionen kultiviert wird. Die Vegetationsperiode fällt in vielen dieser Regionen in die heißeste Zeit des Jahres. Diese Tatsache gepaart mit dem falschen Bewässerungssystem führt zu dem allgemein bekannten hohen Wasserverbrauch der Baumwollpflanzen.

Das richtige Anbaugebiet und ein*e Landwirt*in der*die sich gut mit Wassermanagement und Bewässerungstechniken auskennt senken den Verbrauch drastisch. Die sparsamste und dabei wirkungsvollste Methode ist die Tröpfchen Bewässerung, die den tieferliegenden Boden mit Wasser versorgt. Weil an der Oberfläche nichts verdunsten kann, gedeiht ein Kilo Baumwolle so mit “nur” 7.000 bis 9.000 Litern Wasser, statt der üblichen 15.000-29.000 Liter die bei der Oberflächenbewässerung anfallen.

Übrigens: Baumwolle wird auch deshalb viel in heißen Regionen angebaut weil sie im Vergleich zu anderen Feldfrüchten verhältnismäßig wenig Wasser braucht – Mais, Soja und Co. Sind noch viel durstiger.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die im Baumwoll Anbau eingesetzten Pestizide. In der konventionellen Baumwollindustrie die mit riesigen und dicht bewachsenen Monokulturen arbeitet werden vielerlei chemische Mittel eingesetzt, sonst würden bei dieser Art des Anbaus bis zu 80% der Ernte verderben. In einer Anbauperiode der konventionellen Art werden die Pflanzen 14-30 Mal mit den verschiedensten chemischen Mitteln behandelt. Von Schädlingsbekämpfung über Fungizide bis hin zu giftigen Entlaubungsmitteln um die Ernte zu erleichtern, es gibt für alles ein Mittel.

Dass das für Umwelt und Arbeiter*innen höchst problematisch ist muss eigentlich nicht extra gesagt werden. Die giftigen Substanzen gelangen bis ins Grund- und Trinkwasser, die Erde wird versalzen und erodiert so dass immer mehr Dünger eingesetzt werden muss damit überhaupt noch etwas wachsen kann. Die Pflanzen- und Tierwelt wird auch außerhalb der Plantagen schwer geschädigt, Arbeiter*innen werden krank, ganze Regionen leiden unter dem Anbau.

Aus diesem Grund verwenden wir für unsere nachhaltige und fair yoga Mode nur zertifizierte Bio Baumwolle, so können wir sicher sein dass eine nachhaltige Art des Anbaus unterstützen. Landwirt*innen die ihre Böden gesund halten anstatt sie mit Pestiziden zu verseuchen, erwirtschaften eine langfristig gleichbleibende und nachhaltige Ernte, langfristig kann im Bio-Anbau derselbe, wenn nicht sogar höhere Flächenertrag im Vergleich zur konventionellen Baumwolle erwirtschaftet werden.

Mit einer speziellen Methode wird die Baumwollpflanze auf eine Art bewässert, dass sie gut wachsen kann, gleichzeitig aber nichts Anderes um sie herum gedeiht. In sehr trockenen Gegenden wie zum Beispiel in Israel arbeitet man bereits mit dieser Technik. Dieses Bewässerungssystem verhindert also den Einsatz von Pestiziden, da das Unkraut gar nicht erst wächst. Hinzu kommt die enorme Reduzierung der verbrauchten Wassermenge.

Dass Baumwolle ökologisch und ohne chemische Keule gegen Insekten angebaut werden kann, das zeigte uns Syrien. Schon seit 1970 reduziert man dort den Einsatz von Insektiziden konsequent.

Die Erträge haben darunter nicht gelitten.

Es ist also klar: es gibt massive Probleme mit dem konventionellen Baumwollanbau, das müsste aber nicht so sein. Mit ökologisch nachhaltigen Systemen in der Landwirtschaft kann die Baumwolle eine gute Ökobilanz vorweisen. Wichtig ist darauf zu achten dass die Baumwolle wirklich aus ökologischem Anbau stammt, es ist unsere Aufgabe als Verbraucher*innen nicht blind jedem Ökosiegel beim Discounter zu glauben, sondern genau abzuwägen welchem Unternehmen wir unser Vertrauen schenken.

Eine weitere Frage die wir oft hören, ist die Frage ob Baumwolle überhaupt für den Yoga Mode geeignet ist. Wenn man an Sportbekleidung denkt, dann hat man synthetische Kleidung im Kopf. Sie ist langlebig, robust und trocknet schnell. Kann Baumwolle das leisten? Ist Baumwolle das richtige Magerial für Yoga Kleidung?

Ist Polyester hier nicht die einzige Lösung?

Mir kam die Idee zu BUDEVI als ich 2014 mit dem Yoga anfing. Ich hatte mir eine hochwertige und nicht ganz günstige Yoga Leggings einer renommierten Marke geleistet. Die Leggings war aus Polyester, sie saß gut und sah toll aus. Aber jedes mal wenn ich sie trug fühlte ich mich eingeengt ob ihrer Unnachgiebigkeit, das Material juckte auf meiner Haut.

Im Alltag trug ich schon damals ungern Polyester, also fragte ich mich: warum muss es beim Yoga anders sein?

Ich machte ich mich auf die Suche nach einer schönen, gut sitzenden Yoga Leggings aus Baumwolle. Schnell musste ich mir eingestehen, so einfach wird das nicht, die meisten Marken setzen auf Polyester und andere Kunstfasern. Die Baumwoll Yoga Leggings die ich fand gefielen mir nicht oder überzeugten nicht was den Trage Comfort anging.

Ich beschloss eine Alternative zu schaffen, für all jene die wie ich das Gefühl von Plastik auf der Haut nicht mögen.

Und siehe da – Baumwolle hat zahlreiche Eigenschaften die für die Yogapraxis ideal sind. Angefangen mit dem weichen und angenehmen Trage Comfort. Yoga Leggings aus Baumwolle fühlen sich auf der Haut wunderbar weich an und lassen sie atmen. Baumwolle hat ein sehr geringes Allergiepotential und ist äußerst saugfähig (Sie kann bis zu 65% des Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen). Bei der Feuchtigkeitsabgabe durch Verdunsten (ich sage nur Shavasana) entsteht keine Verdunstungskälte. Sie ist reiß und scheuerfest und auch bei häufigem Waschen noch langlebig, wenn es sein muss kann sie auch bei hohen Temperaturen gewaschen werden. Ja, sie trocknet langsamer als Kunstfaser, aber wir persönlich nehmen das gerne in Kauf.

Das ist natürlich auch eine sehr individuelle Entscheidung, wenn du auf deine Yoga Leggings auf Kunstfaser schwörst und dich damit wohl fühlst ist das wunderbar (nur vergiss beim Waschen das Guppy Bag nicht 😉 )

Aus diesen Gründen haben wir uns für die Herstellung aus einem zertifizierten Bio Baumwoll-Mischgewebe entschieden. Denn ein geringer Kunststoffanteil ist noch vorhanden, unser Material besteht zu 95% aus Baumwolle und zu 5% aus Elasthan, das macht die Yoga Leggings noch formstabiler.

Für uns ist nachhaltige Baumwolle für Yoga Mode ein tolles Material und perfekt für die Praxis. Möglichweise werden wir uns auch einmal an andere Naturfasern heranwagen, rein synthetische Produkte wird man bei uns aber auch in Zukunft vergeblich suchen.

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